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Der folgende Abschnitt ist ein Auszug aus dem Buch "Die kleine Schottlandfibel",

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Aberdeen

Aufgrund seiner Geographie und der fehlenden Landverbindungen war Aberdeen im frühen Mittelalter eine der isoliertesten Städte des Landes. Die Stadt entwickelte sich selbständig und separat vom Rest Schottlands.

Die großen Segelschiffe - die Klipper -, die in Aberdeen gebaut wurden, zählten wegen ihres besonders gearbeiteten Bugs zu den besten und schnellsten der Welt. Die "Thermopylae", einer der berühmtesten Segler, stand im ständigen Wettkampf mit der auf dem Clyde gebauten "Cutty Sark", seiner großen Rivalin. Dieser Schiffbauboom hielt bis Mitte dieses Jahrhunderts an, dann wurde es aber weniger. Zum Glück wurde in der Nordsee bald Öl gefunden!

1969 wurde das erste Ölfeld Montrose erschlossen. Aus diesen Anfängen sind in der Nordsee inzwischen über 50 Ölfelder entstanden.

Wer jedoch das Herz Aberdeens sucht, beißt buchstäblich auf Granit. Die grauen Granitfassaden, die der Stadt den Namen "Granit City" gaben, werden aber durch jeden Sonnenstrahl verändert. Die Stadt glänzt und scheint dann aus Silber gebaut zu sein. Grau wie es an Regentagen sein kann, versucht Aberdeen jedoch diese triste Farbe sehr schön zu kompensieren. Überall blühen Rosen, nicht nur in den Parks der Stadt, sondern an jedem grünen Fleckchen (sogar zwischen den Fahrbahnen der städtischen Umgehungsstraße!) ist diese Blumenpracht zu finden, die angesichts der nördlichen Lage Aberdeens unglaublich scheint. Die Stadt hat Charakter und viel Schönes zu bieten wie z. B. (s.u.) den Duthie Park mit seinem riesigen Rosenhügel, auf dem 200.000 Rosen stehen sollen.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählt mit Sicherheit das moderne und neue Maritim Museum. In diesem großartigen Museum wird die Geschichte der Seefahrt sehr informativ präsentiert. Dazu gehören herrliche Schiffsmodelle aus vielen Epochen sowie Fotos und Informationstafeln und dann auch noch uralte Navigationsgeräte und viel sehenswerte Lokalnostalgie.

Old AberdeenSt. Machar's - mit frdl Genehmigung der AA

Ein Bummel durch diese mittelalterliche und bis 1891 vollkommen unabhängige Stadt im Kern Aberdeens versetzt den Besucher leicht zurück in die Zeit der Ursprünge dieser Stadt. Zwei Gebäude ragen mit ihren Dächern buchstäblich daraus hervor - leider auf verschiedenen Seiten der stark befahrenen Straße "St. Machars Drive": auf der Nordseite dieser Straße liegt die St. Machar’s Kathedrale und südlich davon das King‘s College.

Die einstige Kathedrale, die leider nur in einem Bruchteil ihrer imposanten Größe zu sehen ist, ist heute die Gemeindekirche. Der ursprüngliche Bau war ein Kirchlein, das von St. Machar im Anschluß an die Missionierung der damaligen Ureinwohner gebaut worden war. Machar war einer der Mönche an der Seite St. Columbas, im 6. Jh. Daraus erwuchs eine der prächtigsten und wehrhaftesten Kirchen, die jemals in Granit gebaut wurden. Im 15. und 16.. Jh. unternahmen die damaligen Bischöfe Leighton, Elphinstone und Dunbar, den weiteren Ausbau. Dunbars Weitsicht verdankt diese Kirche ihre einzigartige Holzdecke mit den Wappen der der kirchlichen und weltlichen Obrigkeiten des Landes und Europas des 16. Jh. Unter Cromwell stürzte dann Mitte des 17. Jh. der Hauptturm mit dem Chor ein. Das übriggebliebene Kirchenschiff mit seinen wehrhaften Westtürmen, einem Triumph der Baukunst, dient jetzt der Church of Scotland als Gemeindekirche.

Etwas südlich von der Kathedrale und jenseits der Straße liegt als noch bedeutendere Gründung des 15. Jh. das King's College. 1495 wurde dieses College als dritte Universität Schottlands durch Bischof Elphinstone, einen Freund des Königs James IV. gegründet und nach ihm benannt. Elphinstones Denkmal steht als Bronzesarkophag am Eingangsweg und stammt nicht aus der Zeit sondern wurde in diesem Jahrhundert (1927) in Italien gefertigt.

Ein Gang durch das pittoreske Fitti, das einstige Wohnviertel der Fischer am Hafen, sollte dabei in keinem Fall ausgelassen werden. Nicht weit vom Hafen entfernt liegt in der Umgebung der Union Street Aberdeens Geschäftszentrum mit mehreren großen Kaufhäusern.

Marishal Colege - mit frdl. Genehmigung der AAEines der interessantesten und größten Gebäude in Aberdeen ist das Marishal College. Es ist eine Stiftung von George Keith, Earl  Marishal, als protestantisches Gegenstück zum 100 Jahre zuvor gegründeten King's College. Das neugotische Gebäude im  wurde zur Zeit der Fertigstellung als eindrucksvollster weißer Granitbau der Welt gefeiert. Heute ist es, nach dem spanischem Escorial, der zweitgrößte Granitbau der Welt.

Fast gegenüber dem riesigen Marishal College versteckt sich  zwischen den modernen Glasfassaden und grauen Granitblöcken der umgebenden Hochhäusern das Provost Skene‘s House. Das Haus sollte, wie die ehemals umgebenden Häuser, die der Moderne weichen mußten, ebenfalls abgerissen werden. Glücklicherweise erfuhr aber HRH, die Königinmutter davon. Sie rettete dieses mittelalterliche Kleinod mit seinen herrlichen Deckenmalereien vor der Zerstörung. Das jetzige Museum darin konnte 1993 eröffnet werden.

Nicht weit davon liegt die St. Nicholas Kirk, die die "'Mutterkirche von Aberdeen" genannt wird.

In der Aberdeen Art Gallery ist eine eindrucksvolle Palette von viktorianischen, impressionistischen Gemälden und Skulpturen schottischer und englischer Künstler ausgestellt.

 

...und dann ist da noch die Frage:

Wann besuchen Sie dieses herrliche Land?

 

... und wir arbeiten weiter daran - an dieser Seite!

 

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